Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Knochenmetastasen

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Wissenswertes über Wirbelkörpermetastasen

Das Glossar gibt kurze Erklärungen zu wichtigen Begriffen bei Wirbelkörpermetastasen. Osteoblasten heißen die Zellen, die für den Aufbau von Knochen zuständig sind. Der Gegenspieler, die Osteoklasten, bauen Knochen ab. Zur Diagnose von Wirbelkörpermetastasen werden verschiedene bildgebende Verfahren, wie bspw. CT, MRT, kombiniert. Bisphosphonate werden zur Therapie von Wirbelkörpermetastasen eingesetzt, da sie den Knochenabbau hemmen können. Die Radiofrequenz-Ablation mittels STAR kann eine minimal-invasive Behandlungsmethode zur Zerstörung von Wirbelkörpermetastasen sein, welche mit anderen gängigen Therapien kombiniert werden kann.

Wissenswertes zu Wirbelkörpermetastasen

Bisphosphonate
Pharmakologische Substanzen, die zur Hemmung des Knochenabbaus eingesetzt werden

Computertomografie (CT)
Bildgebendes Verfahren, bei dem aus verschiedenen Blickwinkeln erstellte Röntgenaufnahmen rechnergesteuert zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt werden

Hyperkalzämie
Erhöhter Kalziumgehalt im Blut

Krankenkassen
Gesetzliche und private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten der Radiofrequenz-Ablation mit dem STAR Tumor Ablation System im Rahmen einer Krankenhausbehandlung, wie i.d.R. auch die Kosten für Strahlen- und Chemotherapie finanziert werden

Magnetresonanztomografie (MRT)
Bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Magnetfeldern und elektromagnetischen Wechselfeldern Bilder des Körperinneren erzeugt werden. Hiermit kann die Ausdehnung des Tumors und die Verdrängung oder Infiltration neuronaler oder viszeraler Strukturen am besten beurteilt werden.

  • In der T1-Gewichtung erscheint der Tumor hypointens, d.h. Fettanteile werden hell und Wasseranteile dunkel dargestellt
  • In der T2-Gewichtung erscheint der Tumor hyperintens, d.h. Wasser- und Fettanteile sind hell dargestellt

Osteozyten
Knochenzellen, aus denen die Knochensubstanz besteht

Osteoblasten
Zelltyp, der für die Knochenbildung verantwortlich ist; entwickeln sich zu Osteozyten

Osteoklasten
Zelltyp, der Knochensubstanz abbaut

Radiofrequenz-Ablation (t-RFA)
Minimalinvasives Verfahren bei dem mit Hilfe einer speziellen Sonde Knochenmetastasen von innen her behandelt werden. Der Eingriff selbst ist relativ unkompliziert und in der Regel nach 30 Minuten beendet. Dabei wird über einen kleinen Schnitt eine Kanüle in die Metastase eingeführt und abladiert, welche die Metastase kontrolliert erhitzt und somit das Tumorgewebe zerstört

Röntgen
Diagnostisches Verfahren, bei dem Bilder des Körperinneren mithilfe von Röntgenstrahlung, die das Gewebe unterschiedlich stark durchdringt und auf ein geeignetes Filmmaterial auftrifft, erzeugt werden

Sonografie
Diagnostisches Verfahren, bei dem Bilder des Körperinneren mithilfe von Schallwellen erzeugt werden, die von Gewebsstrukturen unterschiedlich stark reflektiert werden

Spinale Tumorablation mit Radiofrequenz-Energie (STAR)
Minimalinvasives Verfahren bei dem mit Hilfe einer speziell für die Wirbelsäule entwickelten Sonde Wirbelkörpermetastasen von innen her behandelt. Der Eingriff selbst ist relativ unkompliziert und in der Regel nach 30 Minuten beendet. Dabei wird über einen nur 1 cm kleinen Schnitt im Rücken eine Kanüle in den Wirbelkörper eingeführt und anschließend eine speziell entwickelte, navigierbare Sonde eingebracht (SpineSTAR Ablataion System), welche die Metastase kontrolliert erhitzt und das Tumorgewebe zerstört.

Strahlentherapie, Radiotherapie
Ziele sind die Zerstörung der Tumorzellen und die Schmerzreduktion sowie die Stabilisierung der Knochenstruktur. Die Strahlentherapie erfolgt häufig über mehrere Tage oder Wochen, und eine systemische Therapie muss währenddessen unterbrochen werden. In den meisten Fällen kann innerhalb einiger Wochen eine deutliche Verminderung der Schmerzen erreicht werden, allerdings sprechen nicht alle Tumorarten gut auf diese Therapieform an. Zudem besteht die Gefahr einer Schädigung des Knochenmarks durch die Bestrahlung. Darüber hinaus kann diese Behandlung nicht uneingeschränkt angewandt werden, weil gesundes Gewebe nur eine bestimmte Strahlendosis verträgt, besonders am empfindlichen Rückenmark.

Szintigrafie
Diagnostisches Verfahren, das sich z. B. zur Lokalisation von Knochenmetastasen, aber auch zur Beurteilung der Funktion von Organen eignet; dabei wird schwach radioaktives Material (Radionuklide, z. B. radioaktiv markierte Phosphate) eingesetzt, das sich im Gewebe in unterschiedlicher Menge anlagert; die Strahlung wird mittels einer Kamera oder eines Scanners aufgenommen und in Bilder umgesetzt

16. Oktober 2017
Wenn man nach einer Krebsdiagnose verreisen möchte, sollte man dies mit dem Arzt besprechen. Wichtig ist ein entsprechender Vorrat an Medikamenten.
  
28. August 2017
Bewegung/Sport ist bei Krebs wichtig. Direkt nach der Krebsdiagnose sollten Patienten mit Bewegung beginnen, um eine Bewegungsmangel-Situation zu verhindern.
  
23. August 2017
Eine Krebserkrankung kann auch Auswirkungen auf die Weiblichkeit bzw. Männlichkeit und somit auf die Sexualität haben.
  
17. August 2017
Krebspatienten mit erheblichen Einschränkungen in ihrem Alltag können beim Versogungsamt einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen.
  
08. August 2017
  
03. August 2017
Eine gute Mundhygiene während der Krebstherapie ist wichtig, um Schleimhautenzündungen vorzubeugen.
  
27. Juli 2017
Eine Chemotherapie kann bei Krebspatienten zu Nervenschädigungen, sog. Neuropathien führen. Diese reichen von Gefühlsstörungen bis hin zu Taubheitsgefühlen.
  
Diagnose Knochenmetastasen

Häufig sind immobilisierende Rückenschmerzen das erste Symptom, das bei der Diagnose von Wirbelkörpermetastasen genannt wird. Auch das Auftreten von Wirbelbrüchen, gerade wenn keine Stürze vorliegen, kann ein Hinweis auf Wirbelkörpermetastasen sein. Die Symptome sollten mit einem Arzt abgeklärt werden, auch wenn eine Krebserkrankung noch nicht bekannt ist.

Besteht der Verdacht auf Wirbelkörpermetastasen, muss eine umfassende Diagnostik erfolgen. Hierzu gehören eine ausführliche Anamnese, bildgebende Verfahren (CT, MRT), Skelettszintigrafie sowie die Klassifikation via Scores zur Einteilung der Wirbelkörpermetastase. Eine Biopsie kann Klarheit und vor allem Hinweise auf den Primärtumor geben und sollte im Falle einer Vertebroplastie oder Kyphoplastie immer erfolgen.

Therapie Wirbelkörpermetastasen

Für die Therapie von Wirbelkröpermetastasen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Abhängig von der jeweiligen Tumorart können Operation oder Strahlentherapie eingesetzt werden. Bisphosphonate können zum Einsatz kommen, um den Abbau der Knochensubstanz zu unterdrücken und die Knochenstärke zu stabilisieren. Aber auch Chemo- und/ oder Hormontherapie können zur Anwendung kommen.

Kombiniert werden können all diese Therapieansätze mit einer neuartigen Methode, welche seit Ende 2013 auch in Deutschland verfügbar ist. Bei dem minimal-invasiven Eingriff wird die Wirbelkörpermetastase zunächst mittels Hitze zerstört (abladiert) und der Wirbelkörper anschließend durch Einbringen von Knochenzement stabilisiert.

Die Entstehung von Knochenmetastasen ist möglich, wenn der Tumor invasiv wächst. Das bedeutet, dass Krebszellen nicht in einem betroffenen Organ verbleiben, sondern streuen. Wird die Grenze eines Organs überschritten, können sie auch anderes Gewebe befallen. Über Blut oder Lymphe ist auch ein Befall von weiter entfernt liegenden Organen möglich. Bei Knochenmetastasen sind die Krebszellen von einem Primärtumor, z. B. Brustkrebs oder Prostatakrebs, in die Knochen gewandert und haben dort weitere Absiedlungen des Tumors gebildet. Diese heißten Metastasen oder Tochtergeschwulste. Bei Knochenmetastasen sind Krebszellen des Primärtumors, also z. B. Brustkrebszellen in den Knochen zu finden.