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Ratgeber Knochenmetastasen

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Therapie von Wirbelkörpermetastasen

Für die Therapie von Wirbelkröpermetastasen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Abhängig von der jeweiligen Tumorart können Operation oder Strahlentherapie eingesetzt werden. Bisphosphonate können zum Einsatz kommen, um den Abbau der Knochensubstanz zu unterdrücken und die Knochenstärke zu stabilisieren. Aber auch Chemo- und/ oder Hormontherapie können zur Anwendung kommen.

Kombiniert werden können all diese Therapieansätze mit einer neuartigen Methode, welche seit Ende 2013 auch in Deutschland verfügbar ist. Bei dem minimal-invasiven Eingriff wird die Wirbelkörpermetastase zunächst mittels Hitze zerstört (abladiert) und der Wirbelkörper anschließend durch Einbringen von Knochenzement stabilisiert.

Therapie von Wirbelkörpermetastasen

Für die Therapie von Wirbelkörpermetastasen kommen mehrere therapeutische Verfahren in Betracht. Dazu gehören u. a. Operation, Strahlentherapie, Radionuklidbehandlung und die Gabe von Bisphosphonaten. Diese Therapiemöglichkeiten können auch kombiniert werden, um die Therapie zu optimieren und Knochenschmerzen wirksam zu lindern. Daneben können sich z. T. auch Verfahren zur Behandlung des Primärtumors (z. B. Chemo-, Hormon- oder Antikörpertherapie) positiv auf die Therapie der Knochenmetastasen auswirken.

Operation bei Wirbelkörpermetastasen

Zur Behandlung von einzelnen Knochenmetastasen können in Abhängigkeit der Tumorlokalisation operative Verfahren dienen. Eine Operation ist auch dann notwendig, wenn Frakturen drohen oder wenn es bereits zu einer sog. pathologischen Fraktur (Knochenbruch aufgrund der Auswirkungen des Tumors) gekommen ist. Zur Stabilisierung bruchgefährdeter Wirbelkörper kommen häufig Vertebroplastie oder Ballon-Kyphoplastie zum Einsatz. Hierbei wird Zement in den betroffenen Wirbelkörper gespritzt, welcher gemäß dem archimedischen Prinzip das vorhandene (Tumor)Gewebe verdrängt und aus dem Wirbelkörper schwemmt, wie neue Untersuchungen zeigen (Cruz et al. 2014). Größere Operationen können Tumorpatienten sehr schwer belasten bzw. sind gar nicht zumutbar. Daher kommen neuerdings vermehrt minimal-invasive Techniken zum Einsatz, wie bspw. das STAR Tumor Ablationssystem mit Radiofrequenz-Energie (kurz STAR, DFINE Europe GmbH). Dabei werden mit Hilfe einer speziell für die Wirbelsäule entwickelten Sonde Wirbelkörpermetastasen von innen her behandelt. Das Verfahren ist mit allen gängigen Therapiemethoden, bspw. Strahlen- und Chemotherapie, kompatibel, was bedeutet dass diese nicht unterbrochen werden müssen bzw. nahtlos folgen könnten. Seit 2013 ist die Radiofrequenz-Ablation in den Leitlinien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) erwähnt.

Strahlentherapie bzw. Radionuklidbehandlung

Die Therapie von lokal begrenzten Wirbelkörpermetastasen kann ggf. durch Strahlentherapie erfolgen. Sind mehrere Tumoren vorhanden, kann u. U. eine systemische Therapie mit radioaktiven Substanzen versucht werden, die sich im Knochen dort ansetzen, wo vermehrt Abbauprozesse stattfinden, insbesondere in Tumorgewebe. Somit können Wirbelkörpermetastasen gezielt behandelt werden. In den meisten Fällen kann innerhalb einiger Wochen eine deutliche Verminderung der Schmerzen erreicht werden, allerdings sprechen nicht alle Tumorarten gut auf diese Therapieform an. Zudem besteht die Gefahr einer Schädigung des Knochenmarks durch die Bestrahlung. Darüber hinaus kann diese Behandlung nicht uneingeschränkt angewandt werden, weil gesundes Gewebe nur eine bestimmte Strahlendosis verträgt, besonders am empfindlichen Rückenmark.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Kombination von Radiofrequenz-Ablation und Strahlenthearpie besonders Effektiv in punkto sofortiger und vor allem anhaltender Schmerzreduktion ist (s.a. Di Staso et al. 2011, Hillen et al. 2014).

Bisphosphonate

Häufig werden für die Therapie von Wirbelkörpermetastasen auch Bisphosphonate angewandt, da sie eine ursächliche Therapie der Knochenschmerzen ermöglichen. Diese Substanzen können den Abbau der Knochensubstanz unterdrücken, indem sie die den Knochen abbauenden Osteoklasten vernichten. Dadurch wird der Knochen vor weiterem Substanzverlust bewahrt. Außerdem können Bisphosphonate die Bildung neuer Knochensubstanz unterstützen und damit stabilisierend wirken.

Schmerzbehandlung bei Wirbelkörpermetastasen

Da Wirbelkörpermetastasen sehr schmerzhaft sein können, kommt der Schmerztherapie ein hoher Stellenwert zu. Um die Schmerzen zu lindern, werden in der Therapie von Knochenmetastasen neben den bereits genannten Verfahren Schmerzmedikamente eingesetzt. Dazu gehören u. a. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder Paracetamol (bei leichten Schmerzen). Sind diese Wirkstoffe nicht ausreichend, kann auf Opiate (Morphium) zurückgegriffen werden. In den Leitlinien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) sind Verfahren wie Vertebroplastie und Kyphoplastie (sogenannte Augmentationstechniken), aber auch die Radiofrequenz-Ablation zur Schmerzreduktion erwähnt.

Hormontherapie

Einige Krebsarten wachsen hormonabhängig wie z. B. Brustkrebs oder Prostatakrebs. Mithilfe einer Antihormontherapie soll das Wachstum des Tumors unterdrückt werden, indem die Produktion dieser Hormone unterdrückt wird. Diese Therapieform behandelt nicht nur den Primärtumor, sondern kann auch auf das Wachstum der Knochenmetastasen Einfluss nehmen.

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist eine so genannte systemisch wirkende Therapieform, d. h., sie greift in den gesamten Organismus ein. Mithilfe der Chemotherapie sollen alle im Körper befindlichen Krebszellen, und damit auch Knochenmetastasen, bekämpft werden. Wann eine Chemotherapie eingesetzt wird und ob sie ggf. mit einer Hormonbehandlung kombiniert wird, ist u. a. von der jeweiligen Krebsart abhängig.

Antikörpertherapie

Es ist auch ein Antikörper vorhanden, der den starken Knochenabbau unterdrücken kann. Er wird u. a. auch zum Schutz vor Osteoporose eingesetzt.

Therapie von Knochenmetastasen: Besuch beim Zahnarzt

Da die Therapie mit Bisphosphonaten und Antikörpern auch Einfluss auf die Kiefersubstanz (Kiefernekrose) haben kann, ist ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt angeraten.

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Das Glossar gibt kurze Erklärungen zu wichtigen Begriffen bei Wirbelkörpermetastasen. Osteoblasten heißen die Zellen, die für den Aufbau von Knochen zuständig sind. Der Gegenspieler, die Osteoklasten, bauen Knochen ab. Zur Diagnose von Wirbelkörpermetastasen werden verschiedene bildgebende Verfahren, wie bspw. CT, MRT, kombiniert. Bisphosphonate werden zur Therapie von Wirbelkörpermetastasen eingesetzt, da sie den Knochenabbau hemmen können. Die Radiofrequenz-Ablation mittels STAR kann eine minimal-invasive Behandlungsmethode zur Zerstörung von Wirbelkörpermetastasen sein, welche mit anderen gängigen Therapien kombiniert werden kann.

Die Streuung von Krebs in entferntes Gewebe wird als Metastase bezeichnet. Krebszellen lösen sich dabei vom primären Tumorherd und gelangen über Blut- oder Lymphgefäße in andere Körpergewebe. Neben Brust- und Prostatakarzinomen sind es vor allem Schilddrüsen-, Nieren- und Lungenkarzinome, die häufig Knochenmetastasen bilden. Wenn Tumorzellen in die Knochen wandern, ist sehr häufig die Wirbelsäule betroffen (50-80%). Hierbei treten insbesondere im Bereich der Lenden- und Brustwirbelsäule starke Schmerzen und ein erhöhtes Bruchrisiko auf. Eine Radiofrequenz-Ablation kann helfen.

Die Entstehung von Knochenmetastasen ist möglich, wenn der Tumor invasiv wächst. Das bedeutet, dass Krebszellen nicht in einem betroffenen Organ verbleiben, sondern streuen. Wird die Grenze eines Organs überschritten, können sie auch anderes Gewebe befallen. Über Blut oder Lymphe ist auch ein Befall von weiter entfernt liegenden Organen möglich. Bei Knochenmetastasen sind die Krebszellen von einem Primärtumor, z. B. Brustkrebs oder Prostatakrebs, in die Knochen gewandert und haben dort weitere Absiedlungen des Tumors gebildet. Diese heißten Metastasen oder Tochtergeschwulste. Bei Knochenmetastasen sind Krebszellen des Primärtumors, also z. B. Brustkrebszellen in den Knochen zu finden.