Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Knochenmetastasen

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Diagnose von Wirbelkörpermetastasen

Häufig sind immobilisierende Rückenschmerzen das erste Symptom, das bei der Diagnose von Wirbelkörpermetastasen genannt wird. Auch das Auftreten von Wirbelbrüchen, gerade wenn keine Stürze vorliegen, kann ein Hinweis auf Wirbelkörpermetastasen sein. Die Symptome sollten mit einem Arzt abgeklärt werden, auch wenn eine Krebserkrankung noch nicht bekannt ist.

Besteht der Verdacht auf Wirbelkörpermetastasen, muss eine umfassende Diagnostik erfolgen. Hierzu gehören eine ausführliche Anamnese, bildgebende Verfahren (CT, MRT), Skelettszintigrafie sowie die Klassifikation via Scores zur Einteilung der Wirbelkörpermetastase. Eine Biopsie kann Klarheit und vor allem Hinweise auf den Primärtumor geben und sollte im Falle einer Vertebroplastie oder Kyphoplastie immer erfolgen.

Diagnose von Wirbelkörpermetastasen

Symptome von Wirbelkörpermetastasen

Erstes Anzeichen für Wirbelkörpermetastasen sind spontan auftretende und anhaltende Schmerzen am Rücken. Knochenmetastasen treten besonders häufig im Bereich der Wirbelsäule, der Rippen, des Beckens sowie im oberen Teil des Oberschenkelknochens auf. Obwohl diese Schmerzen auch eine andere, harmlose Ursache haben können, sollten solche Warnzeichen des Körpers nicht ignoriert werden. Es ist ratsam, sie von ärztlicher Seite abklären zu lassen.

Durch die Knocheninstabilität kann es bei Wirbelkörpermetastasen oft zu Wirbelbrüchen kommen, ohne dass der Bruch (Fraktur) auf einen entsprechenden Unfall, Sturz o. ä. zurückzuführen ist. Meist reicht schon eine geringe Krafteinwirkung aus, wie sie durch alltägliche Bewegungen zustande kommt. Nach Wirbelkörperfrakturen kann es zu Empfindungsstörungen oder Lähmungen kommen.

Diagnostisches Vorgehen bei Wirbelkörpermetastasen

Zur klinischen Diagnostik bei Wirbelkörpermetastasen gehört neben der Erhebung der Krankengeschichte und der allgemeinen körperlichen Untersuchung v. a. eine fachärztliche Untersuchung des Primärtumors. Wirbelkörpermetastasen können im Rahmen der Diagnose mittels moderner bildgebender Verfahren genau untersucht werden. Dazu gehören Röntgen, Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT), Skelett-Szintigrafie (mithilfe eines radioaktiv markierten Phosphonats) und Sonografie (Ultraschall). In einigen Fällen, z. B. wenn der Primärtumor nicht bekannt ist, wird zudem eine Biopsie durchgeführt. Um eine eventuell vorliegende Hyperkalzämie zu diagnostizieren, können Blutuntersuchungen herangezogen werden, mit denen der Kalziumspiegel im Blut gemessen werden kann.

Diagnose von Wirbelkörpermetastasen: Skelett-Szintigrafie

Mithilfe der Skelett-Szintigrafie oder auch Knochenszintigrafie lassen sich Veränderungen an der Knochensubstanz nachweisen. Es lassen sich Veränderungen bezüglich es Stoffwechsels der Knochen feststellen. Den Patienten wird eine geringe Menge an radioaktiver Substanz, Radiopharmakon, verabreicht. In der Regel geschieht dies mit einer Spritze. Dieses lagert sich in den Gewebestrukturen unterschiedlich an und kann mittels einer speziellen Kamera sichtbar gemacht werden.

Das Radiopharmakon sendet nachdem es in den Stoffwechsel integriert wurde schwache radioaktive Strahlung (Gamma-Strahlung) aus, die aufgespürt werden kann. Spezielle Kameras oder Scanner können die Stärke und der Ort der Gamma-Strahlung feststellen. Aus den Daten kann ein Computer ein Bild erstellen, das auch Szinitgramm genannt wird. Sendet Gewebe eine hohe Strahlenmenge aus, ist eine große Menge an Radiopharmakon aufgenommen worden. Im Szintigramm wird diese Region dunkler dargestellt.

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Die Entstehung von Knochenmetastasen ist möglich, wenn der Tumor invasiv wächst. Das bedeutet, dass Krebszellen nicht in einem betroffenen Organ verbleiben, sondern streuen. Wird die Grenze eines Organs überschritten, können sie auch anderes Gewebe befallen. Über Blut oder Lymphe ist auch ein Befall von weiter entfernt liegenden Organen möglich. Bei Knochenmetastasen sind die Krebszellen von einem Primärtumor, z. B. Brustkrebs oder Prostatakrebs, in die Knochen gewandert und haben dort weitere Absiedlungen des Tumors gebildet. Diese heißten Metastasen oder Tochtergeschwulste. Bei Knochenmetastasen sind Krebszellen des Primärtumors, also z. B. Brustkrebszellen in den Knochen zu finden.

Die Streuung von Krebs in entferntes Gewebe wird als Metastase bezeichnet. Krebszellen lösen sich dabei vom primären Tumorherd und gelangen über Blut- oder Lymphgefäße in andere Körpergewebe. Neben Brust- und Prostatakarzinomen sind es vor allem Schilddrüsen-, Nieren- und Lungenkarzinome, die häufig Knochenmetastasen bilden. Wenn Tumorzellen in die Knochen wandern, ist sehr häufig die Wirbelsäule betroffen (50-80%). Hierbei treten insbesondere im Bereich der Lenden- und Brustwirbelsäule starke Schmerzen und ein erhöhtes Bruchrisiko auf. Eine Radiofrequenz-Ablation kann helfen.

Therapie Wirbelkörpermetastasen

Für die Therapie von Wirbelkröpermetastasen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Abhängig von der jeweiligen Tumorart können Operation oder Strahlentherapie eingesetzt werden. Bisphosphonate können zum Einsatz kommen, um den Abbau der Knochensubstanz zu unterdrücken und die Knochenstärke zu stabilisieren. Aber auch Chemo- und/ oder Hormontherapie können zur Anwendung kommen.

Kombiniert werden können all diese Therapieansätze mit einer neuartigen Methode, welche seit Ende 2013 auch in Deutschland verfügbar ist. Bei dem minimal-invasiven Eingriff wird die Wirbelkörpermetastase zunächst mittels Hitze zerstört (abladiert) und der Wirbelkörper anschließend durch Einbringen von Knochenzement stabilisiert.